Worte zum Nachdenken

Neulich auf einem Friedhof saß ich auf einer Bank und beobachtete ein skurriles Treiben. Ein Machtkampf zwischen zwei Lebewesen, der unterschiedlicher nicht sein konnte. Ein Kampf, ein Krieg an einem Ort, wo sonst nur Ruhe und Frieden herrschen. Ein Kampf um Nahrung. Beide wollten das Essen. Beide hatten einen unterschiedlichen Vorteil, den Kampf zu gewinnen. Der eine konnte fliegen, der andere flink klettern. Ich tippe auf die Krähe, doch der Schnabel ist für die Nuss zu klein. Das Eichhörnchen wird gewinnen, denke ich. Doch die Krähe gab auch nicht auf und verscheuchte das Eichhörnchen. Von beiderseitigem Neid und Mißgunst zerfressen bekam keiner die Nuss. Denn ich habe die Nuss mitgenommen und an einem anderen Friehof abgelegt. So ein Verhalten beobachte ich jeden Tag auch bei den Menschen. Bei Essstellen, die (eigentlich) für Obdachlose und Bedürftige sein sollten, ist der Kampf genau wie in der Tierwelt. Keiner vergönnt dem anderen etwas. Wenn es um Essen geht, sind manche Menschen wie Tiere. Von Neid und Mißgunst verfressen. Und irgendwann sind dann alle Essstellen zu und die Obdachlosen müssen hungern. Wenn jeder einen Schritt zurück gehen würde und sein eigenes Leben leben würde, dann gäbe es auch keine Kriege.

In diesem Sinne, Gott zum Gruß

Franz*

*Franz lebt seit vielen Jahren auf einem Friedhof in München. Er lebt allerdings nicht mehr auf „seinem“ Friedhof, denn dort wurde er vor Kurzem vertrieben.

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