Vom Faschingskrapfen zum Valentinstagsherzal

Die nasskalten Temperaturen der letzten Wochen machen unseren Gästen spürbar zu schaffen. Der Boden ist feucht, die Kleidung oft nicht ausreichend trocken und viele Nächte sind lang und bitterkalt. Wir merken bei jeder Begegnung, wie sehr die Witterungsverhältnisse an den Kräften zehren. Gespräche beginnen leiser, Bewegungen sind schwerfälliger und selbst ein Lächeln kostet manchmal Überwindung.

Und doch entsteht gerade in diesen Momenten etwas Besonderes. Vielleicht ist es genau diese Kälte, die uns noch enger zusammenrücken lässt. Ein warmer Becher in den Händen, ein ehrliches Nachfragen, ein kurzer Moment des Gesehenwerdens. Aus schwierigen Bedingungen wächst oft eine besonders herzliche Atmosphäre. Wir achten noch bewusster aufeinander, hören genauer hin und nehmen uns Zeit.

Zum Glück hatten wir auch diesmal wieder ausreichend warmes Essen und heiße Getränke dabei. Es tut gut zu wissen, dass wir wenigstens für ein paar Stunden Wärme schenken können, von innen und von außen.

Da es Faschingssonntag war, durften wir unseren Gästen außerdem eine kleine Besonderheit bereiten. Dank gezielter Spenden konnten wir Faschingskrapfen und Valentinstagsherzen in Hülle und Fülle verteilen. Für viele war das mehr als nur ein süßes Gebäck. Es war ein Stück Normalität, ein Gruß aus unbeschwerteren Tagen, ein Anlass zu einem Lachen. Solche kleinen Extras sind nur möglich, weil Menschen unsere Arbeit finanziell unterstützen und ganz bewusst auch solche besonderen Momente ermöglichen.

Auf unserer Speisekarte stand vergangenen Sonntag:

  • mediterraner Salsiccia-Eintopf
  • Currywurst-Eintopf aus Rindsbratwurst
  • bunter Gemüseeintopf mit Fleischeinlage
  • Würstleintopf
  • Nudeln mit Knoblauchsoße
  • Kartoffelpuffer
  • Linseneintopf
  • Reis
  • Kaffee, Kuchen, Krapfen, Herzal und Gebäck

So sehr uns die Begegnungen stärken, so sehr hat uns dieser Sonntag auch traurig gemacht. Wir mussten erneut Abschied von einem unserer langjährigen Gäste nehmen, der verstorben ist. Viele von uns kannten ihn seit Jahren. Wir haben unzählige Gespräche geführt, Mahlzeiten geteilt und kleine Fortschritte miterlebt. Sein Platz bleibt nun leer.

Gemeinsam haben wir innegehalten. Für einen stillen Moment. Für ein letztes gedankliches Lebewohl. Er wird nicht vergessen sein. Nicht in unseren Erinnerungen und nicht in den Geschichten, die wir weitertragen.

Solche Verluste führen uns schmerzlich vor Augen, wie zerbrechlich das Leben auf der Straße ist. Und sie bestärken uns zugleich darin, weiterzumachen. Hinzusehen. Da zu sein. Wärme zu bringen, wo Kälte herrscht.