Monatsanfang mit tausend Gästen

Vergangenen Sonntag waren einige unserer Stationen diesmal spürbar ruhiger und entspannter. Zum Monatsanfang kommen erfahrungsgemäß etwas weniger Gäste zu uns. Diejenigen, die da waren, freuten sich dafür umso mehr über die reichhaltige Verpflegung und gingen mit vollen Taschen und einem Lächeln weiter. Und auch wenn wir von weniger Gästen sprechen, so trafen wir dennoch auf über tausend Menschen an diesem Sonntag. 

Trotz der ruhigeren Stimmung gab es auch diesmal bewegende Momente. Ein Gast war kurz zuvor von seinem bisherigen Schlafplatz vertrieben worden. Seine wenigen Habseligkeiten wurden dabei entsorgt. Von einem Moment auf den anderen stand er praktisch vor dem Nichts. Eine Situation, die wir leider nur zu gut kennen und die viel zu häufig vorkommt. Da unsere Schlafsäcke bereits verteilt waren, konnten wir ihm noch eine aufblasbare Isomatte und zwei Decken mitgeben. Solche Begegnungen führen uns immer wieder vor Augen, wie schnell Menschen alles verlieren können und wie wichtig es ist, in solchen Momenten wenigstens ein Stück konkrete Hilfe leisten zu können.

Eine andere Station war dagegen sehr gut besucht. Neben Essen, Getränken und dem Nötigsten gab es dort auch wieder einen stillen Moment des Gedenkens an einen Menschen aus dem Kreis unserer Gäste, der kürzlich verstorben ist. Diese Augenblicke des Innehaltens haben inzwischen einen festen Platz bekommen. Sie erinnern daran, dass hinter jedem Schicksal ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht, der nicht vergessen werden soll.

Darüber hinaus konnten wir auch bei einer akuten gesundheitlichen Versorgung unterstützen.

Insgesamt verlief die Tour ruhig, und am Ende war alles verteilt. Was bleibt, ist die Dankbarkeit für viele gute Gespräche, für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird, und für das Gefühl, an diesem Tag wieder genau dort gewesen zu sein, wo Hilfe gebraucht wurde.